Stottern

Stottern

Diese Phänomen bezeichnet Kleinkinder, deren Sprachentwicklung bei intaktem Hörvermögen nicht wie gewohnt einsetzt bzw. verläuft. Die Kinder reden kaum oder gar nicht. Häufig werden auch keine Geräusche oder Töne produziert. Dies führt oft dazu, daß die kleinen „Mäuse“ mit Fragen überflutet werden. Zusätzlich wird möglicherweise den Eltern das Nichtsprechen und Nichtantworten des Kindes dauernd zurückgemeldet. Dies kann zu einem erheblichen Druck werden.

Meine Erfahrung bei der Arbeit mit Kindern, die spät oder fast gar nicht sprechen, hat mir gezeigt: Um so mehr Fragen und Sprachaufforderungen an Dein Kind herangetragen werden desto weniger wird es antworten. Bei der Behandlung Deines Sohnes oder Deiner Tochter ist es mir wichtig, zu benennen, was das Kind tut statt zu fragen. Dazu gehört auch ein Aushalten des Schweigens und dem Kind zurückzumelden, daß es ok ist in diesem Moment nicht zu sprechen.

Dein Kind muß und soll in diesem Alter nicht mit jedem reden, für Kommunikation ist Vertrauen die Basis. 

Als Tip für den Alltag empfehle ich Dir Deine und die Aktivitäten Deines Kindes zu benennen (Bsp.: „Komm, wir decken den Tisch. Ich hole Teller, Du kannst auch einen tragen.“,etc.), für Ihr Kind Spielgeräusche zu bilden (Schmatzgeräusche beim Puppe füttern, Autogeräusche, Tiergeräusche, etc.), zu singen und vorzulesen.

Der Spaß und der Kontakt in der Situation stehen im Vordergrund. Entdecke mit Deinem Kind den Spaß am Sprechen. Du bist das Sprechvorbild. Erfahrungsgemäß fängt das Kind sobald der Sprechdruck wegfällt an zu „plaudern“.

Solltest Du Fragen und/oder Beratungswünsche haben oder bei Deinem Schatz Behandlungsbedarf sehen, freue ich mich auf Dich und Dein Kind.

Babette Leinfelder-Nilgen

Stottern

Spät- Wenigsprecher (Late-talker)

Diese Diagnose führt häufig zu extremer Verunsicherung.
Handelt es sich tatsächlich um ein Stottern?
Was bedeutet das?
Was kann man tun?
Geht das wieder weg?
Die Abgrenzung von entwicklungsbedingten Sprechunflüssigkeiten zu beginnendem Stottern ist wichtig. 
Jedes Kind kann in seiner Sprachentwicklung Unflüssigkeiten aufweisen, meist im Alter zwischen 2 und 3 Jahren. Diese sind normal und dienen der gedanklichen Planung der kindlichen Rede. Dabei werden stets GANZE Worte wiederholt (z.B. „Da da da da fährt ein Auto“, „Aber aber aber ich will jetzt ein Eis!“). Die Wortwiederholung geschieht grundsätzlich OHNE Anstrengung und OHNE Störungsbewußtsein.

Von Stottern spricht man,wenn Silben und/oder einzelne Buchstaben wiederholt und/oder gedehnt werden (Klonus, Tonus). Dies kann durch mimische und gestische Mitbewegungen, Störungsbewußtsein, Vermeideverhalten und weitere Sekundärsymptome begleitet sein. Als Sekundärsymptome bezeichnet man solche, die zum ursprünglichen Stottern hinzugekommen sind. 
Hier ist Behandlungsbedarf gegeben, da Stottern eine Lernerfahrung ist und sich schnell verstärkt und manifestiert.
Daher gilt: Umso früher gehandelt  und unterstützt wird desto besser!
Bei Jugendlichen und Erwachsenen, die häufig schon eine lange „Stottergeschichte“ haben, sind meist Sprechängste hinzugekommen. Eine genaue Identifikation der zum jeweiligen Stottern gehörenden Symptome sowie die Verflüssigung des Sprechens und die

Reduzierung der Sprechängste sind Teile der Arbeit zwischen dem Patienten und mir, natürlich aber auch den Angehörigen.
In mehrjähriger Berufserfahrung und intensiver Auseinandersetzung mit dem Bereich des Stotterns zeigte sich mir, daß das Stottern und die begleitenden Symptome gut behandelbar sind.

Solltest Du Fragen und Beratungswünsche haben oder Behandlungsbedarf sehen, freue ich mich Dir weiterzuhelfen.

Babette Leinfelder-Nilgen